09.09.2020 - News.

Der GMK Marken-Mittwoch: Streit um Markenfarbe, eine mutige Kampagne und nachhaltige Marken-Sneaker.

Es wird langsam herbstlich – aber der Marken-Mittwoch blüht! Auch diese Woche haben wir wieder spannende Marken-News gesammelt: Es wird um das Telekom-Pink gestritten, Intel wirft seine Logo-Ellipse über Bord und eine große Sneaker-Marke macht einen kleinen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.

Redesign bei Intel: Die Ellipse ist weg.

Der Halbleiterhersteller Intel launcht ein Redesign
Das alte und das neue Intel-Logo. Montage: GMK Markenberatung

Der US-amerikanische Halbleiterhersteller Intel hat sich verändert – entsprechend hat man jetzt den Außenauftritt weiterentwickelt. Seit der Gründung 1968 ist es jetzt, nach Design-Anpassungen in den Jahren 1969 und 2006, die dritte größere Markentransformation. Das Redesign geht parallel mit der Vorstellung der 11. Generation von Intel-Core-Prozessoren an die Öffentlichkeit. Die blaue Ellipse, die bisher den Schriftzug umkreiste, wird eliminiert – mit dem neuen Markendesign setzt Intel jetzt auf eine reine Wortmarke. Damit vollzieht Intel, laut Pressemeldung, den „Sprung in die Zukunft“. Gleichzeitig bleibe man, da bisherige Designelemente weitergeführt werden, der Geschichte des Unternehmens treu. Erhalten bleibt unter anderem der quadratische Punkt über dem i, dieser bekommt nun aber durch das Blau eine neue Prägnanz und auch Funktion: Für manche Bereiche wird der i-Punkt andersfarbig gesetzt. Übrigens: Auch das Soundlogo der Marke, der markante „Bong“ bekommt eine neue Fassung.

Süddeutsche setzt mit neuer Markenkampagne auf „Mut“.

Die Süddeutsche Zeitung überzeugt mit ihrer neuen Kampagne "Mut entscheidet"
Foto-Quelle: sueddeutsche.de/mut

„Mut entscheidet“ – das ist der neue Claim der Süddeutschen Zeitung. Gespielt wird er jetzt in der neuen Dachmarkenkampagne, mit der neue Leser gewonnen werden sollen. Die SZ steht für Presse- und Meinungsfreiheit und für mutige Berichterstattung. Diesen Mut trägt man mit der neuen Kampagne in starken Bildern und Headlines nach außen, die die „großen“ Geschichten unserer Zeit erzählen: Alltagsrassismus, die Stimmungslage vor der Präsidentschaftswahl in den USA oder den Umgang mit der Corona-Pandemie. Die Kampagne wurde entwickelt von David + Martin in München. Spannend: Die Agentur hat die Bildmotive in Zusammenarbeit mit der Bildredaktion der SZ umgesetzt. Diesen Mut zur Authentizität spürt man. Und auf der Landingpage www.sz.de/mut belegt die große deutsche Tageszeitung, dass sie es mit dem Mut inhaltlich ernst meint – hier bringt die Süddeutsche große Geschichten, Meinungen und multimediale Formate.

Markenfarbe: Pinkbus war zu nah am Telekom-Magenta.

Pinkbus darf Magenta nicht weiter verwenden, da die Telekom sich wehrt
Das alte Design von Pinkbus, Foto-Quelle: Pinkbus

Brand Codes funktionieren nur, wenn sie kein anderer benutzt. Die Telekom muss immer wieder um ihr Magenta kämpfen und verklagt Firmen, die ihr farblich zu nahe kommen. Auch das Start-up Pinkbus hat es jetzt getroffen. Die Busse des Kölner Fernbus-Start-ups waren, seit dem Unternehmensstart in 2019, in grellem Pink lackiert. Das fiel der Telekom schon frühzeitig auf und sie beschwerte sich über die Farbähnlichkeit bei den Gründern des Start-ups. Bis vor’s Gericht ging es allerdings dann nicht – die Bus-Unternehmer konnten sich am Ende mit der Telekom auf einen Kompromiss einigen. Zum Beispiel auf der Website sieht dieser so aus: Bestimmte Elemente arbeiten weiterhin mit dem Magenta, allerdings ist dies nur noch Teil eines Verlaufs, der sich von Magenta bis hin zu einem dunklen Lila zieht. Auch die Busse müssen nun nach und nach neu foliert werden. Schützen lassen hat sich die Deutsche Telekom den Pink-Ton im 1995 beim Deutschen Patentamt. Aktuell läuft auch ein Verfahren gegen das US-Versicherungs-Start-up Lemonade – auch dieses hat bei seinem Markenauftritt auf Magenta gesetzt und streitet jetzt mit der Telekom.

Adidas macht Step Richtung Nachhaltigkeit: Adidas Originals jetzt in nachhaltiger Variante.

Mit der Clean Classics Collection geht adidas einen Schritt Richtung Nachhaltigkeit
Quelle: adidas.de, Montage: GMK Markenberatung

Ein kleiner Beitrag, aber die Richtung stimmt: Adidas Originals gibt es jetzt als neue „Clean Classics Collection", nachhaltig und vegan. Das Obermaterial der neuen Sneaker wird zu 70 Prozent aus wiederverwendbaren Materialien hergestellt, die Sohle aus erneuerbarem und wiedergewonnenem Gummi. Damit möchte man sowohl den Verbrauch von Neumaterial als auch die Auswirkungen auf die Umwelt reduzieren. Außerdem sind alle verarbeiteten Materialien frei von tierischen Inhaltsstoffen, auch die Klebstoffe und Farben. Ein weiterer Kniff: Unnötiger Abfall wird vermieden, da man die Schnittmuster entsprechend überarbeitet und optimiert hat. Zur nachhaltigen Herstellung gesellt sich eine besondere „organische“ Optik: Die aus verschiedenen Materialien hergestellte Gummiaußensohle ist gesprenkelt. Begleitet wird die Clean Classics Collektion durch eine Kampagne, Protagonistin ist die Influencerin Nanda Schwarz, eines der „natürlichen“ Gesichter aus der Influencer-Branche.

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