07.10.2020 - News.

Der GMK Marken-Mittwoch: Markenkampagnen für die Zukunft, schwere Vorwürfe und neue Slogans.

Gleich zwei Marken wurden in der letzten Woche schwere Vorwürfe gemacht. Unter anderem geht es um Datenschutz-Verstöße. Außerdem haben einige Marken sehr weit gedacht und moderne, zukunftsweisende Kampagnen rausgebracht und ein ganz bestimmtes Gummibärchen verschwindet aus immer mehr Supermarktregalen.

Audi: „Future is an attitude“.

Audi denkt modern und ergänzt den Marken Claim durch "Future is an attitude"
Auch das Look and Feel der Marke passt in der neuen Kamagne zu „Future is an Attitude.“ Bild: Audi

„Vorsprung durch Technik“ hieß es bisher bei Audi. Jetzt hat die Automobilmarke umgedacht und stellt sich mit einem neuen Leitspruch auf. „Future is an attitude“ heißt es nun. Der Claim steht im Zentrum einer neuen Kampagne und soll ausdrücken, dass sich die Marke in Richtung digitaler und vor allem elektrischer Premiummobilität weiterentwickelt. Der bisherige Claim verschwindet übrigens nicht ganz, sondern soll ergänzend zur neuen Botschaft agieren. „Mit unserer geschärften Markenstrategie definieren wir Vorsprung zeitgemäß und richten uns zukunftsfähig aus – für eine neue automobile Ära und für unsere Kunden“, so Henrik Wenders, Senior Vice President Marke Audi. Dabei gehe es darum, mithilfe von Technologie das Leben von Menschen zu verbessern und einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Der Anspruch von Audi sei es, die Zukunft der Premiummobilität zu gestalten und faszinierende Erlebnisse zu schaffen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Porsche: Vorwurf wegen Kundentäuschung.

Die Marke Porsche muss sich zurzeit mit dem Vorwurf konfrontiert sehen, die eigenen Kunden getäuscht zu haben – und zwar was den Spritverbrauch der Fahrzeuge angeht. 10 Jahre lang sollen Kunden getäuscht worden sein, der Vorwurf kam von der Organisation Greenpeace. „Es besteht der Verdacht, dass aufgrund von Manipulation bei  Zertifizierungsmessungen Fahrzeuge der Porsche AG über keine wirksame Typ-Genehmigung verfügten, dass Käufer über den tatsächlichen Verbrauch getäuscht wurden und dass es in mittelbarer Täterschaft zu Steuerhinterziehung kam“, erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegenüber der FAZ. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun. Die Vorwürfe betreffen die Jahre 2007 bis 2017, explizit beschuldigt werden vier Personen. Porsche betonte, dass die Vorwürfe sich auf Fahrzeuge beziehen, die heute nicht mehr produziert würden.

Adidas: Mit Fußball die Welt besser machen.

Adidas möchte mit Fußball Gutes tun und gründet die Initiative "Football Collective"
Bild: Adidas

Mit der „Football Collective“-Bewegung möchte Adidas die Welt ein Stückchen besser machen – und zwar mit Fußball. Mit der Kampagne sollen die verschiedensten Menschen – ob jung oder alt, weiblich oder männlich, schwarz oder weiß, aus der Metropole oder vom Dorf – zusammengebracht werden. Und wie soll das besser gehen als mit Fußball. Einer der Sportarten, in der Diversität größtenteils funktioniert. Mithilfe von Vereinen, Einzelpersonen und Gemeinschaften sollen global Initiativen gegründet werden, die es jedem möglich machen Fußball zu spielen. "Wir bei Adidas glauben daran, dass wir durch Sport Leben verändern können", so Nick Craggs, Global Football General Manager der Marke. "Während der diesjährigen Herausforderungen sahen wir mehr denn je, dass der Fußball zu einer wesentlichen Lebensader wird, um unsere Communities miteinander verbunden zu halten", so der Manager weiter. Einer der Markenbotschafter der Bewegung ist der deutsche Fußballtrainer Jürgen Klopp.

Tesla: Marke schreibt Rekordzahlen.

Trotz der Schwierigkeiten des Jahres 2020 kann Tesla mit einem Lächeln auf die letzten Monate blicken. Das dritte Quartal des Jahres bescherte dem Automobilunternehmen einen so hohen Absatz wie noch nie zuvor. 139.300 Fahrzeuge brachte Tesla demnach an ihre Kunden. Einen Grund dafür sieht die Marke in den neueren, preisgünstigeren Modellen. So bestand ein Großteil der verkauften Fahrzeuge aus dem günstigsten Fahrzeug Model 3 und dem neuere Kompakt-SUV Model Y.

Jack Daniels: Marke bekommt neuen Slogan.

Die Whiskey-Marke Jack Daniels launcht erste globale Kampagne mit dem Leitspruch "Make it Count"
Bild: Brown-Forman Deutschland GmbH

Die Whiskey-Marke Jack Daniels wirbt seit neustem mit dem Slogan „Make it Count“. In der dazugehörigen globalen Kampagne machen alle Protagonisten „endlich“ das, was sie immer schonmal machen wollten. "Mit "Make It Count" verfügen wir über eine langfristige Plattform, die bei den Konsumenten insbesondere in der heutigen Zeit Anklang findet und die Botschaft von Jacks kühnem, unabhängigem Geist weiterträgt", sagt Matias Bentel, Chief Brands Officer der Brown-Forman Corporation zu der neuen Kampagne.

Haribo: Im Streit mit dem Handel.

Wer zum Beispiel bei Lidl oder Edeka demnächst auf der Suche nach Haribo ist, wird vermutlich nichts finden. Die Süßigkeiten-Marke befindet sich – wie viele andere Marken auch – im Streit mit dem Handel. Der Grund: eine Preiserhöhung seitens des Süßigkeiten-Herstellers. Außerdem wollte Haribo mehr Sichtbarkeit in den Regalen. Das wollte Lidl nicht und so findet man dort jetzt Katjes und Eigenmarken statt Haribo. Edeka möchte nun ähnlich reagieren. Lidl-Konkurrent Aldi reagierte übrigens bereits auf den Streit und hat die Haribo Produkte bei sich besonders prominent platziert.

Coca-Cola: Marke erinnert an Wiedervereinigung.

Die Marke Coca-Cola erinnert mit einer Plakatkampagne an die Wiedervereinigung und feiert die "Weitervereinigung"
Bild: Coca-Cola

30 Jahre Wiedervereinigung – darauf möchte Coca-Cola mit einer Plakat- und Printanzeigen-Kampagne aufmerksam machen. Die Motive sollen dazu anregen, die Wiedervereinigung nicht nur als den Tag der deutschen Einheit zu sehen, sondern kontinuierlich an der Wiedervereinigung, laut Coca-Cola der „Weitervereinigung“, zu arbeiten. So soll der Grundgedanke, der Zusammenhalt und das Offensein für Neues, stetig im Kopf der Menschen sein. Im Rahmen der Kampagne sucht Coca-Cola Menschen, die ihre persönliche Geschichte zum Thema Weitervereinigung erzählen.

H&M: Millionenstrafe wegen Datenschutz Verstößen.

35 Millionen Euro – soviel Bußgeld muss H&M zahlen. Der Grund: Mitarbeiter in einem Servicecenter in Nürnberg wurden überwacht. So wurden Informationen über den Krankheitsverlauf und persönliche Informationen eines Mitarbeiters illegal erfragt, abgespeichert und einer Vielzahl an Führungskräften zugänglich gemacht. Auch andere Mitarbeiter wurden überwacht. "Das verhängte Bußgeld ist dementsprechend in seiner Höhe angemessen und geeignet, Unternehmen von Verletzungen der Privatsphäre ihrer Beschäftigten abzuschrecken", so der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz, Johannes Caspar. Nach Angaben seines Sprechers sind die 35 Millionen Euro das bisher höchste in Deutschland verhängte Bußgeld nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung im Mai 2018 und das zweithöchste in Europa.

Samsung: Neues „Flip“ bekommt groß angelegte Twitter Kampagne.

Für die Bewerbung des neuen „Samsung Galaxy Z Flip“ setzt die Smartphone-Marke auf Twitter. Und zwar nicht nur eine einfache Anzeige, sondern ein groß angelegtes Take Over der beliebten Plattform. Damit ist Samsung einer der erster Werbekunden in Deutschland der diese groß angelegte Kampagnenform nutzt. Das Take Over besteht aus einer Kombination der neuen „Promoted Trend Spotlight“-Funktion und dem etablierten „First View“-Format. So war das Flip das Erste, was Nutzer in ihrer Timeline als auch im Erkunden-Feed zu sehen bekamen. Rückblickend war diese Form der Kampagne laut dem Smartphone-Hersteller ein voller Erfolg. Die Video-Views wurden im Vergleich zu früheren Samsung-Kampagnen verdoppelt.

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