14.10.2020 - News.

Der GMK Marken-Mittwoch: Ein „fresher“ Markenauftritt, vermuteter Pitch-Betrug und bunte Kekse für Zivilcourage.

Auch in der letzten Woche haben sich wieder einige Marken neu aufgestellt, ihr Aussehen erneuert oder neue Produkte herausgebracht. Dabei setzten sich die Markenmacher vor allem für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit ein. Außerdem wird einem der großen Player Betrug bei einem Pitch vorgeworfen und Elon Musk hat kurzerhand die Tesla PR-Abteilung abgeschafft.

H&M: Recycling im Geschäft.

H&M stellt erste Recycling Maschine direkt ins Geschäft
Bild: H&M

Nachhaltigkeit und Recycling sind schon länger auch bei H&M angekommen. Jetzt geht die Marke einen Schritt weiter und holt das Recycling direkt in den Laden. Das In-Store-Recycling-System Loop verarbeitet gebrauchte Kleidungsstücke vor den Augen der Kunden in neue Klamotten. Noch gibt es die innovative Maschine jedoch nur in einer H&M-Filiale in Stockholm. Im Looop werden die Kleidungsstücke gereinigt, zerkleinert, zu Garn gesponnen und mithilfe einer Art Strickmaschine innerhalb von circa fünf Stunden in ein neues Kleidungsstück verwandelt. Bisher funktioniert das Prinzip ausschließlich für Strickware. Für alte Pullover und dergleichen muss vorher ein Termin vereinbart werden. Derzeit kann die neue Maschine acht verschiedene Teile herstellen, darunter ein Poncho, Pullover, Decken und Schals. Die Technologie hinter Looop wurde vom The Hong Kong Research Institute of Textiles and Apparel (HKRITA) in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen H&M Foundation entwickelt.

BMW: Marke wird Betrug beim Pitch vorgeworfen.

Es war der größte Pitch der Automobilindustrie in diesem Jahr: der BMW-Pitch. Als Sieger heraus ging die Agentur Mediamonks. Doch nur wenige Tage nach der Entscheidung gerät der gesamte Pitch ins Kreuzfeuer: ein zu dem Zeitpunkt unabhängiger Pitch-Berater war Thomas Strerath – und genau dieser Berater übernimmt jetzt die Leitung von Mediamonks Deutschland und eine führende Rolle im BMW-Projekt. Ein bitterer Beigeschmack für viele Außenstehende und für die ausgeschiedenen Agenturen. Auch soll Strerath BMW schon seit Monaten beim Auswahlprozess unterstützt haben. Nicht jedoch in den letzten vier Monaten, so ein Sprecher von BMW. So habe Strerath keinen Einfluss auf die Entscheidung haben können, heißt es seitens BMW. Viele Konkurrenten bezweifeln diese Aussage und sehen den Pitch als „abgekartetes Spiel“.

Oreo: Rainbow-Kekse zur Unterstützung der LGBTQ-Szene.

Oreo setzt sich mit der #ProudParent Kampagne für die LGBTQ+ Bewegung ein
Bild: Oreo/Instagram

10.000 Packungen ihrer Special Edition in Regenbogen-Farben verlost Oreo und feiert damit den LGBTQ+ History Month in den USA. Im Geschäft gibt es die speziellen Oreos nicht zu kaufen. Dafür müssen die Fans ein Bild auf ihren Social Media-Kanälen posten, welches ausdrückt, was es bedeutet, ein „Verbündeter“ zu sein. Verbunden sind die bunten Kekse mit Oreos #ProudParent Kampagne, die gemeinsam mit PFLAG, der ersten und größten Organisation für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Queer (LGBTQ +), entstand.

Tesla: PR? Wer braucht das schon.

Wo andere ihre PR-Abteilung ausbauen und fördern, geht Tesla-Chef Elon Musk ganz neue Wege: er hat die PR-Abteilung der Marke Tesla abgeschafft. Seinen Fans möchte er zukünftig ausschließlich per Twitter antworten, Journalisten-Anfragen könnten es in Zukunft schwer haben. Bereits in der Vergangenheit kritisierte Musk die Presse und fühlte sich oft ungerecht behandelt oder übergangen. So soll die Chance einer Antwort auf eine Presse-Anfrage bei unter einem Prozent liegen und Follower sollen alle News ungefiltert von Tesla selbst erhalten.

Adidas: Neue Sneaker-Kollaboration mit Fortnite-Star.

Adidas kooperiert bereits zum zweiten Mal mit Fortnite-Star Ninja
Bild: Adidas/YouTube

Bereits 2019 gab es die erste Partnerschaft zwischen Fortnite-Star Ninja und Adidas Originals. Jetzt gibt es die nächsten Ninja-Sneaker von Adidas. Diesmal soll der Schuh als Leinwand für das Leben des 29-Jährigen Gamers dienen. Die Schuhe und die damit verbundene Botschaft soll die Menschen dazu ermutigen, an sich selbst zu glauben und ihre Träume zu verwirklichen, wie auch der Spot zur Kampagne „Chase the spark“ zeigt. Die Ninja-Kollektion ist ab heute im Adidas Shop erhältlich.

Modibodi: Marke bricht mit ihrem Marketing Tabus.

Die Marke ModiBodi möchte mit dem Tabu brechen, öffentlich und vor allem ehrlich mit Themen wie der Periode umzugehen. Blut statt blaue Testflüssigkeit, weinende Frauen mit Schmerzen statt fröhlichen Testimonials. Der Periodenunterwäsche-Hersteller möchte zeigen, dass die Periode eben nichts mit fröhlich lachenden, Sport treibenden Frauen zu tun hat und eben diesen ehrlichen Umgang in ihre Werbung mit einbinden. Dass dafür nach wie vor noch nicht alle offen genug sind, zeigte die Reaktion von Facebook. Das Netzwerk sperrte den ModiBodi Spot mit der Begründung, die Inhalte würden gegen die Richtlinien bezüglich schockierender, respektloser oder übermäßig gewalttätiger Inhalte verstoßen. Die Marke wehrte sich jedoch und der Spot ist mittlerweile wieder freigegeben. "Unser Ziel für diesen Film war es, den Geist der Menschen zu öffnen, indem wir das Stigma einer für Frauen völlig natürlichen Körperfunktion entfernen", sagt Modibodi-Gründerin und CEO Kristy Chong.

Hello fresh: Marke bekommt „freshes“ Logo.

Die Marke HelloFresh hat ein neues Logo bekommen
Bilder: HelloFresh, Kollage: GMK

Der Kochbox-Anbieter HelloFresh hat das eigene Logo aufgefrischt. Das ist bereits das zweite Mal in den neun Jahren Unternehmensgeschichte. „Wir sind ständig auf der Suche nach Wegen, Dein Erlebnis mit HelloFresh noch besser zu machen. Um zu zeigen, wer wir heute sind, haben wir unsere Marke mit einem neuen Look aufgefrischt“, heißt es auf der Website von HelloFresh. Im neuen Logo werden Bild- und Wort nebeneinander, statt bisher als eine Einheit dargestellt. Auch die Schriftart hat sich deutlich verändert und steht nun komplett in Versalien.

Oktoberfest: München sichert sich in Teilen den Markenschutz.

Bereits seit vier Jahren versucht die Stadt München, sich den Markenschutz für das Oktoberfest zu sichern. Nun ist dieser Prozess einen großen Schritt weitergekommen. Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum, welches für die Registrierung von Wortmarken zuständig ist, hat München den Markenschutz für zum Beispiel lizenzfähige Souvenirs wie Gläser, Spielzeug und Kleidungsstücke zugesprochen. Zuvor hatte die Behörde den Markenschutz bereits abgelehnt, da der Begriff zu allgemein sei. München erhob Widerspruch – mit Erfolg.

Zurück