25.11.2020 - News.

Der GMK Marken-Mittwoch: Ein Hollywood-Star als Co-Creator, Spielspaß in der London Underground und Zusammenhalt im Lockdown.

In Zeiten des zweiten Lockdowns sind viele Marken besonders kreativ geworden. Die letzte Woche in der Markenwelt wurde von ganz besonderen Kampagnen dominiert. Da gab es die Playstation Symbole in U-Bahn-Stationen, eine Ode ans Zuhause, die moderne Augmented Reality-Werbung und Mutmacher-Songs. Außerdem wurde die Creme mit dem inoffiziellen Lieblingsduft der Deutschen zur besten deutschen Marke gekürt, Beats by Dre setzte sich gegen Rassismus ein und Almdudler entschied sich ganz offen fürs gendern.

Nivea: Beiersdorf-Marke wird zu Deutschlands bester Marke gekürt.

Niveau kann sich im YouGov-Ranking als beste deutsche Marke durchsetzen
Bild: Beiersdorf

Im aktuellen Marken-Ranking von YouGov gibt es einen klaren Sieger unter den deutschen Marken: Nivea. Bei den untersuchten Eigenschaften wie Qualität, Image, Preis-Leistungs-Verhältnis und Kundenzufriedenheit konnte sich die Marke der Beiersdorf AG mit Platz elf im Gesamtranking vor allen anderen deutschen Marken positionieren. Auch Rossmann, Mercedes und Adidas haben es als deutsche Marken unter die Top 25 des internationalen Rankings geschafft (Plätze 23, 24 und 25). Platz eins bis drei besetzen die global Player Google, WhatsApp und YouTube.

Rolex: Werbung soll künftig selbst gemacht werden.

Mit dem Plan eine Inhouse-Kreativagentur aufzubauen, möchte Rolex laut Business Insider die eigene Werbung künftig selbst übernehmen. Seit 74 Jahren war dafür bisher die Agentur-Holding WPP zuständig – genauer deren Tochter Wunderman Thompson – welche nun um ein Budget von geschätzt knapp 30 Millionen Dollar bangen muss. Weder Rolex noch Wundermann Thompson äußerten sich bisher zu den Vermutungen.

BMW: Marke goes Hollywood.

Es ist nicht das erste Mal, dass BMW in Sachen Zusammenarbeit nach den Hollywood-Sternen greift. So arbeitete die Marke bereits mit Hollywood Filmmusik-Größe Hans Zimmer zusammen. Nun wird Schauspieler und Regisseur Christoph Waltz Co-Creator von BMW. Den Auftakt der Zusammenarbeit macht die Design-Weltpremiere des neuen BMW iX und die damit verbundene Elektromobilität, wobei Christoph Waltz eine zentrale Rolle einnimmt. "Ich freue mich über jeden neuen technologischen Impuls, der nicht aus dem Silicon Valley, sondern aus Europa kommt, und würde mir mehr davon wünschen", so die Hollywood-Größe. "Die Gespräche, die wir mit Christoph Waltz im Vorfeld der #NEXTGen 2020 über Zukunftstechnologien, den gesellschaftlichen Wandel und die künftige Bedeutung der Freude am Fahren geführt haben, waren sehr inspirierend. Mit Offenheit, Pragmatismus und einer gewissen Ungeduld hat er uns dabei neue Perspektiven vermittelt. Ich freue mich, mit Christoph Waltz einen Co-Creator gewonnen zu haben, der uns mit seinen Gedanken und Ideen immer wieder herausfordern wird", sagt Oliver Zipse, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG. Auf seine Initiative hin entstanden die ersten Gespräche mit Christoph Waltz.

Daimler: Mach’s gut Zukunftswerkstatt.

Sie war bisher die große Ideenschmiede von Daimler: die Zukunftswerkstatt „Lab 1886“. Nun verkauft der Konzern „Lab 1886“ an den IT-Unternehmer und Bitkom-Vizepräsidenten Ulrich Dietz. Man wolle sich stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren heißt die Begründung. Offiziell bestätigt wurde die Übergabe bisher jedoch nicht. Der Kaufpreis soll laut Medienberichten bei rund 100 Millionen Euro liegen.

Beats by Dre: Rassismus? Nicht mit uns!

Beats by Dre setzt sich gegen Rassismus ein
Bild: Screenshot aus YouTube-Spot von Beats by Dre

Im neuen Spot widmet sich Beats by Dre dem wichtigen Thema Rassismus. Mit den Worten „You love me. You love me not.“, welche an das bekannte (willkürliche) Blumenblättchen-Abziehen erinnern, öffnet die Marke im Spot Augen und spricht ein schwieriges Thema an. Wenn sie coole Musik machen, besondere Frisuren tragen oder besonders schnell durch die Ziellinie laufen (um nur ein paar der gängigen Klischees aufzuzählen) werden sie wertgeschätzt. Doch wofür schwarze Menschen oft nicht wertgeschätzt werden, ist die eigene Persönlichkeit, den Menschen an sich. Mit dem Spot möchte Beats by Dre einen Bewusstseinswandel bewirken. Als Botschafter*innen im Spot treten Größen wie die japanische US-Open-Gewinnerin Naomi Osaka, US-Rapper Lil Baby, NASCAR-Rennfahrer Bubba Wallace und die kanadische Aktivistin Janaya Future Khan auf. Die Kampagne enthält außerdem weitere kleinere Spots, die denselben Gedanken wie der Hauptspot verfolgen.

Ralph Lauren: Werbung via Augmented Reality.

Ein besonderes Jahr endet mit einem besonderen Weihnachten. Digital heißt das Stichwort. Das hat auch die Modemarke Ralph Lauren erkannt und in der neuen Augmented Reality Kampagne im Rahmen der Partnerschaft mit Snapchat aufgegriffen. Bei Snapchat kann das Pony-Logo oder der Polo-Player gescannt werden, egal ob auf dem T-Shirt im Schaufenster oder der eigenen Tasche, woraufhin Nutzer*innen einen Ralph Lauren-Geschenkkarton mit weihnachtlich roter Schleife angezeigt bekommen. Wer dann drauf tippt, kann ein Selfie mit der Ralph Lauren Geschenkverpackung machen. Damit möchte die Marke sich vor dem Weihnachtsgeschäft noch einmal digital in Erinnerung rufen. "Unser Ziel ist es, die richtigen Technologien zu finden, die es uns ermöglichen, das, was uns ausmacht und worin wir einzigartig sind, auf neue Art und Weisen lebendig zu machen“, so David Lauren, Chief Innovation und Branding Officer bei Ralph Lauren.

Sony: wenn die U-Bahn-Haltestelle zur Playstation wird.

Zum Start der PS5 gestaltet Sony die Londoner U-Bahn um
Bild: Twitter Playstation UK

Zum Start der neuen PS5 hat sich Sony einen besonderen Marketing-Schachzug ausgedacht: Die Marke hat sich die Londoner U-Bahn vorgenommen und ausgewählten Stationen ein vorrübergehend neues Aussehen verpasst. In Zusammenarbeit mit London Underground wurden die U-Bahnschilder mit den typischen Playstation-Symbolen versehen. Einige Stationen wurden sogar nach PS-Spielen umbenannt. „Mile End“ heißt nun zum Beispiel „Miles End“ in Anlehnung an „Spider Man: Miles Morals“ und die West Ham Station heißt jetzt „Horizon: Forbidden West Ham“. Auch im inneren der Haltestellen wurde ein wenig umdekoriert.

Amazon: jetzt wird den Online-Apotheken Konkurrenz gemacht.

Mit „Amazon Pharmacy“ weitet der Konzern sein Pharma-Geschäft aus und macht den gängigen Online-Apotheken Konkurrenz. Kund*innen können dabei nicht nur Medikamente online bestellen, sondern auch mit Apotheker*innen sprechen und sich beraten lassen. Das Angebot startet zunächst in den USA. Bereits vor knapp zwei Jahren kaufte der Versandriese die Online-Apotheke „Pillpack“. "Da immer mehr Menschen ihre alltäglichen Besorgungen von zu Hause aus erledigen wollen, ist die Apotheke eine wichtige und notwendige Ergänzung des Amazon-Online-Shops", so Doug Herrington, Senior Vice President of North American Consumer bei Amazon, zu der Neuerung. "Pillpack bietet seit über sechs Jahren einen außergewöhnlichen Apothekenservice für Menschen mit chronischen Gesundheitsproblemen. Jetzt erweitern wir unser Apothekenangebot auf Amazon.com, was mehr Kunden dabei helfen wird, Zeit und Geld zu sparen, ihr Leben zu vereinfachen und sich gesünder zu fühlen".

ImmoScout: eine Ode an das Zuhause.

ImmoScout wirbt in Zeiten des zweiten Lockdowns mit der Schönheit des eigenen Zuhauses
Bild: Screenshot aus YouTube-Spot von ImmoScout24

Im Lockdown Nummer Zwei bleibt uns allen nur eines: das Positive an unseren eigenen vier Wänden finden und lieben lernen. Genau da setzt ImmoScout24 mit dem aktuellen Spot zu neuen Angeboten an: Während Zuschauer*innen ein Baby im Mutterleib betrachten, führt der Sprecher durch die verschiedenen „Zu Hause Stationen“. Vom Bauch der Mutter, zum Elternhaus, über die erste eigene Wohnung bis hin zum ersten eigenen Familiennest. Mit der Kampagne will die Marke besonders junge Familien ansprechen. "Den emotionalen Wert des eigenen Zuhauses hat uns nicht zuletzt die Corona-Pandemie vor Augen geführt. Wegen der häuslichen Quarantäne und des Lockdowns haben wir mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbracht als je zuvor. Gleichzeitig hat uns unser Zuhause gegen schädliche, externe Einflüsse geschützt, gleichbedeutend mit dem Schutz und der Geborgenheit im Mutterleib. Durch die metaphorische Inszenierung im Spot 'Ode' möchten wir die Marke ImmoScout24 emotional aufladen und als empathische Love Brand in der Zielgruppe der werdenden und jungen Familien positionieren", so Alexander Hauser, Head of Marketing Communication bei ImmoScout24.

Coca-Cola: Katy Perry singt für Coke.

Im Rahmen der “Offen wie nie zuvor”-Kampagne, über welche wir hier im GMK Marken-Mittwoch bereits berichteten, hat Coca-Cola nun Sängerin Katy Perry an Bord geholt. Ihr Song „Resilient“ wurde gemeinsam mit Star-DJ Tiësto und der Newcomerin Aitana neu interpretiert und soll Hoffnung und Optimismus in diesen schwierigen Zeiten vermitteln. "Für mich geht es bei dieser Kampagne darum, durch Herausforderungen zu wachsen. Ich denke, das Lied "Resilient" passt deshalb so gut dazu, weil "resilient" zu sein bedeutet, nach einem Sturz wieder aufzustehen, an Misserfolgen zu wachsen und genau diese Herausforderung anzunehmen. Ich liebe außerdem die Perspektive, die Aitana in den Song einbringt, die die Botschaft untermauert, dass wir unverwüstlich sind, wenn wir als Gruppe zusammenhalten. Es geht nicht immer nur um persönliche Weiterentwicklung, wir müssen auch gemeinsam wachsen", sagt Katy Perry.

Unilever: Unternehmen orientiert sich am Veggie-Zeitalter.

Unilever möchte gegen die aktuellen Probleme der Lebensmittelindustrie vorgehen. Gesündere Lebensmittel, solche, die für jeden erschwinglich sind, welche weniger Plastik verbrauchen und: Lebensmittel, die pflanzenbasiert sind. So möchte der Konzern den Umsatz mit pflanzenbasierten Lebensmitteln um eine Millionen Euro nach oben schrauben. Alle Ziele vereinen sich in der „Future Foods“-Initiative von Unilever. Genaue Ziele sind unter anderem bis 2025 die Lebensmittelabfälle entlang der Wertschöpfungskette von der Fabrik bis ins Regal zu halbieren, die Anzahl der Produkte mit einem verbesserten Ernährungsprofil zu verdoppeln und Kalorien, Salz und Zucker in den Produkten weiter zu reduzieren. "Menschen wollen sich bewusst, gesund und umweltschonender ernähren. Dieser Trend hat sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie deutlich beschleunigt. Deshalb werden wir mehr Produkte anbieten, die erschwinglich sind, gut schmecken und gesund für Mensch und Umwelt sind. Mit der "Future-Foods"-Initiative setzen wir neue Standards und bauen unser Angebot an pflanzenbasierten Lebensmitteln stark aus", so Peter Dekkers, General Manager DACH & Executive Vice President Middle Europe.

Almdudler: das *in muss mit.

Das Kultgetränk Almdudler gibt es jetzt in einer Special Diversity Edition. Mit dem Gender Sternchen auf den Flaschen macht die Marke auf Diversity und Gleichberechtigung aufmerksam und sieht die neue Edition als „Limonade für alle“. Nun heißt es also nicht mehr nur „Almdudler“, sondern „Almdudler*in“. "Mit der Verwendung des Gendersternchens und der Endung '-in' machen wir auf geschlechtergerechte Schreibweise aufmerksam, die neben männlichen und weiblichen auch weitere Geschlechtsidentitäten typografisch sichtbar macht und einbezieht", so Almdudlers Geschäftsführer Gerhard Schilling.

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