26.08.2020 - News.

Der GMK Marken-Mittwoch: Nike ehrt eine Legende, ein Hase kämpft um den goldenen Mantel und Apple erreicht einen Börsenmeilenstein.

Die letzte Woche hatte einige Änderungen in der Markenwelt in petto. Da gab es verpixelte Marken-Slogans, nachdenkliche Marketingchefs und Anti-Rassismus-Maßnahmen. Außerdem hat Nike bei einigen wieder für feuchte Augen gesorgt, einen Sneaker gibt es jetzt als Kuchen und gleich zwei Marken kämpften um ihre Rechte.

Emotional – emotionaler – Nike: ein weiterer Werbespot der bewegt.

Nike ehrt Basketball-Legende Kobe Bryant

Nach dem großen Erfolg der „You can’t stop us“-Kampagne veröffentlichte Nike nun den nächsten tiefgreifenden Werbespot. Diesmal sorgt die Geschichte von Kobe Bryant und Nikes Werbespot zu dessen Ehren für Gänsehaut. Im Januar kam der Basketballstar bei einem Hubschrauberunfall ums Leben, auch seine Tochter starb bei dem Absturz. Nun wäre der Sportler 42 Jahre alt geworden – ein Anlass für Nike, ihn, sein Wirken und die „Mamba-Mentalität“ zu ehren. Im Mittelpunkt steht Kobes Mentalität, stets nach dem „Besser“ zu streben. „Mamba“, das war Bryant‘s Spitzname. Nach seinem Tod wurde dieser Spitzname zum Symbol eines ganzen Lebensgefühls. "Es geht darum, ständig zu versuchen, die beste Version von dir zu sein. Es ist eine ständige Suche, heute besser zu werden als gestern", so Kobe Bryant damals. Getragen wird der Spot von einem Off-Sprecher, welcher schon fast an einen Rap erinnert. Nicht verwunderlich, denn hinter der Spot-Stimme steckt Rapper Kendrick Lamar. Neben dem „Better“-Spot hat Nike einen Content Hub rund um „Mamba“ ins Leben gerufen. Dort erzählen andere Sportgrößen davon, was sie durch Bryant‘s Lebenseinstellung gelernt haben. Außerdem gibt es eine besondere Sneaker-Kollektion.

VanMoof: Spot regt zum Nachdenken an – und wird in Frankreich verboten.

Dass Autos unserer Umwelt schaden, ist niemandem von uns neu. Hin und wieder mal das Fahrrad nehmen, statt mit dem Auto zum Bäcker zu fahren – das sind Vorsätze, die wir uns alle von Zeit zu Zeit nehmen. Und doch ist der Fahrradmarke VanMoof eben dieser Ansatz in Frankreich zum Verhängnis geworden. Doch von vorne: In dem Lack eines Autos spiegeln sich bekannte Szenen: Abgase, Umweltverschmutzung, verstopfte Autobahnen. So beginnt der neue VanMoff Werbespot. Emotional und tiefgehend kommt er daher. Langsam aber sicher schmilzt das Auto dahin und macht den Weg für die Fortbewegung von morgen frei: ein Fahrrad. „Unsere neueste Kampagne sollte Fragen aufwerfen und neue Gedanken anregen. Die Autorité de Régulation Professionnelle de la Publicité hat jedoch entschieden, dass der Film nicht in Frankreich ausgestrahlt werden kann“, schrieb das Unternehmen kurz darauf in ihrem Blog. Grund dafür sei, dass der Spot die Angst vor dem Klimawandel schüre. „Wenn also alltägliche Aufnahmen des Transports in der realen Welt ein „Klima der Angst“ schaffen, sollte man vielleicht versuchen, etwas gegen diese Welt zu unternehmen. Zum Beispiel, indem man alternative Transportmittel anbietet“, schrieb VanMoof daraufhin in einem eigenen Statement.

Sneaker zum Anbeißen: die leckere Kombination aus Adidas und Deliveroo.

Deliveroo liefert Adidas Marken-Sneaker in Kuchenform

Eine Brand Kollaboration, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt: Deliveroo liefert heute Adidas Sneaker, die im wahrsten Sinne des Wortes „zum Anbeißen“ sind – nämlich in Kuchenform. Natürlich nicht einfach so: dahinter steht der Verkaufsstart des neuen Adidas „ZX 2K Boost-Trainer“. Deliveroo-Kunden, die in Whitechapel wohnen und heute über die App ihr Essen bestellen, können den Kuchen in Sneaker-Größe gewinnen. Die Stückzahl ist limitiert. Wer jetzt denkt: aber wenn der gegessen ist war’s das mit dem schicken Sneaker: zum Kuchen gibt es die echten Treter dazu.

Hugo Boss: Marke stellt neue Kampagne vor.

Die Modemarke Hugo Boss setzt in der neuen Kampagne für die Herbst/Winter-Kollektion auf Schlichtheit. In einem komplett schwarz-weiß gedrehten Clip präsentieren aufstrebende Models der Branche um und auf dem Markennamen die neue Kollektion. Bei den Protagonisten wurden nicht gespart: so kommen im Clip Malick Bodian, Benno Bulang, Sora Choi, Romaine Dixon, Leon Dame, Veronika Kunz, Achenrin Madit, Bente Oort, Maartje Verhoef und Meng Yuqi zusammen. Die schlichte Aufmachung des Clips soll den Stil der neuen Kollektion unterstützen: zeitlos, modern und einzigartig. Hinter dem Clip stecken der französische Art Director Fabien Baron als Regisseur und der Modefotograf David Sims, die damit eine neue Generation und – angelehnt an Zeiten der Pandemie und die Zeit danach – eine neue Ära verbildlichen wollten. So überrascht es nicht, dass auch der Name der neuen Kollektion passend „Generation“ lautet.

Lindt: dieser Hase steht erstmal nicht unter Artenschutz.

Lindt kann sich den Goldhasen nicht als Farbmarke schützen lassen

Er gehört bei Vielen zu Ostern wie die Eiersuche im Garten: Der Goldhase von Lindt inklusive goldenem Verpackungspapier und der roten Schleife mit Glöckchen dran. Jetzt wollte sich die Marke den Mümmelmann als Farbmarke schützen lassen, scheiterte jedoch vor Gericht. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass die Farbe Gold nicht maßgeblich zum Corporate Image des Schokoladengerstellers gehöre. Es dürfen also auch weiterhin andere Marken ihre Schokohasen in goldenes Papier hüllen. Prozessgegner war die Confiserie Heilemann, die ihren Hasen ebenfalls in Goldpapier verpacken und ihn mit einer grünen Schleife versehen. Dagegen möchte Lindt auch weiterhin vorgehen und zieht nun vor den Bundesgerichtshof.

Zalando: Marke möchte stärker gegen Rassismus vorgehen.

Auslöser war ein Vorwurf: ein ehemaliger Mitarbeiter warf dem Versandriesen Zalando Rassismus vor. Kampagnenbilder von schwarzen Models seien im Studio retuschiert worden, andere Mitarbeiter hätten sich unsensibel und rassistisch geäußert. Ersteres konnte Amazon nach einigen Untersuchungen im Unternehmen zwar nicht bestätigen, trotzdem zieht das Unternehmen Konsequenzen. Ein Maßnahmenkatalog legt fest, dass Zalando-Mitarbeiter künftig Anti-Diskriminierungs-Seminare sowie Kommunikationstrainings belegen müssen. Außerdem soll es einen Sprach-Leitfaden innerhalb des Unternehmens geben. Zudem sind alle Mitarbeiter angehalten, jegliche Verstöße gegen diese Regeln umgehend zu melden.

Meilenstein: Apple erreicht einen Börsenwert von zwei Billionen Dollar.

Apple erreicht Rekord-Börsenwert

So hoch wurde ein US-Unternehmen noch nie gehandelt: Die Marke Apple überschreitet bereits zum zweiten Mal die Billionen Dollar-Grenze. Den Wert von einer Billionen Dollar konnte der Konzern nach 42 Jahren erreichen, die Verdopplung dessen benötigte nur knapp zwei Jahre. Nun wird die Marke mit zwei Billionen Dollar an der Börse gehandelt. Eine historische Zahl für ein Tech-Unternehmen.

Rose Bikes: Kampagne setzt auf Sportstar-Testimonials.

Die Marke Rose Bikes hat ihre „Selected by“-Initiative gestartet – und setzt dabei auf bekannte Sportgrößen. Sportler wie Angelique Kerber, Manuel Neuer und Felix Neureuther sind die Gesichter der neuen Kampagne und stehen jeweils für einen eigenen Shop-in-shop auf rosebikes.de. Damit setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf einen innovativen Mix aus Influencer Marketing und Brand Ambassadors.

Corona: wie wirbt eigentlich eine Biermarke, die so heißt wie eine Pandemie?

Die Marke Coronas trotzt dem Pandemie-Namensvetter

Ganz entspannt! Corona trotzt dem unglücklichen Namensvetter und holt für den neuen Werbespot Musiker Snoop Dog an Board. Das Motto: „La Vida Más Finta“, was soviel bedeutet wie „das schönste Leben“ – angelehnt an den Marken Slogan "La Cerveza Más Fina". In dem Spot werden die Menschen angehalten, das Gute im Auge zu behalten, denn in so gut wie Allem, egal wie schlimm es auch wirkt, gäbe es Erfüllung und Freude – wenn man bereit sei, den Blickwinkel zu ändern. „Man hat nicht bei allem im Leben eine Wahl, aber man kann sich immer noch dafür entscheiden, das Schöne im Leben zu finden", so Snoop Dog in dem Clip. Neben dem Clip gibt es zur Kampagne passende Gifs, diverse Werbemittel und Miniclips, die während NBA-Playoffs und dem Finale ausgestrahlt werden.

Spezi und Spatzi: Streit um Markennamen.

„Ein Spezi bitte!“ – da weiß jeder was gemeint ist: ein erfrischender Mix aus Cola und Orangenlimonade. Doch darf sich auch jedes Getränk aus diesen Zutaten auch so nennen? Wohl nicht, denn der Brauerei Richard Hopf wurde nun genau deswegen mit einer einstweiligen Verfügung gedroht. Die Brauerei nannte ihre Version des Mixgetränks „Spatzi“ und provozierte mit dem Slogan: „Spatzi – Don’t call it Spezi“. Spezi klagte nun, da sich die Namen zu stark ähnelten. Richard Hopf, der Geschäftsführer der Brauerei gab zwar zu, dass der Slogan gewagt war, betonte jedoch, dass er nicht damit gerechnet hätte, dass dieser so wörtlich genommen werden würde. Die Anwälte der Firma hätten bei der Namensentwicklung ebenfalls keine Probleme gesehen. "Wir wollten in keinster Form irgendeinen Angriff starten", betonte Hopf.

Aus der Not eine Tugend machen: KFC blurrt Slogan bewusst aus.

KFC verzichtet in der Pandemie auf den Marken-Slogan

„It’s fingerlicking good“ – was Kunden sonst das Wasser im Mund zusammen hat laufen lassen, wirkt zu Zeiten von Social Distancing und einer weltweiten Pandemie nicht mehr sehr geschickt. Der Slogan von Kentucky Fried Chicken möchte so garnicht in die aktuelle Lage passen. Das hat auch die Marke selbst erkannt und macht aus einem Problem ganz einfach eine Kampagne: Im neuen Spot wird der Slogan immer wieder verpixelt, am Ende steht die Botschaft: „The thing we always say? Ignore it. For now.“ Eines Tages soll der Slogan jedoch wiederkehren – was nicht nur den hungrigen Kunden Hoffnungen macht.

Facebook: Marketingchef verlässt Unternehmen nach nur zwei Jahren.

Nach nur zwei Jahren kehrt er dem Unternehmen den Rücken zu: Antonio Lucio gibt seinen Posten als Marketingchef bei Apple auf. Lucio möchte zukünftig Unternehmen bei Themen wie Diversität, Gleichberechtigung und Integration unterstützen. Sein Rückzug habe auch persönliche Gründe, so schreibt er in der Verkündung auf Facebook über ein „sehr herausforderndes Jahr für alle und ein besonders nachdenkliches Jahr für mich, nachdem meine Mutter vor der Abriegelung verstorben ist. Angesichts des historischen Wendepunkts, an dem wir uns als Land in Bezug auf Rassengerechtigkeit befinden, habe ich beschlossen, 100 Prozent meiner Zeit der Vielfalt, Integration und Gerechtigkeit zu widmen." Lucio verlässt den Social Media Pionier mit warmen Worten: "Ich bin Mark dankbar für seine Neugierde, Unterstützung und sein Engagement und dafür, dass er immer aufmerksam zugehört hat, auch wenn wir nicht einer Meinung waren.“

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