30.09.2020 - News.

Der GMK Marken-Mittwoch: Eine lang erwartete Namensänderung, nachhaltige Marken und ein eiskalter Aufruf für Gerechtigkeit.

In der letzten Woche setzten viele Marken ein Zeichen. Ob Namensänderungen, ganze Kampagnen für Gerechtigkeit oder nachhaltige Produkte – in den letzten Tagen stand unsere Welt und deren Rettung, ob moralisch oder physisch, im Mittelpunkt. Außerdem ging es digital zu und die Pandemie sorgte wieder einmal für kreative Marken-Maßnahmen.

Es ist soweit: Uncle Ben‘s wird zu Ben‘s Original.

Die Marke Uncle Ben's reagiert auf die #BlackLivesMatter-Vorwürfe und ändert den Markennamen

Es ist noch gar nicht so lange her, da berichteten wir im Rahmen der #BlackLivesMatter-Bewegung über Uncle Ben’s, die Probleme mit Logo und Name und dem Vorhaben, die Marke wolle sich umbenennen. Genau das wurde jetzt vom US-Lebensmittelkonzern Mars, zu welchem die Marke gehört, in die Tat umgesetzt: Uncle Ben’s heißt ab sofort Ben’s Original. Das Portrait des bisherigen „Uncle“ verschwindet komplett aus dem Logo. Die Änderungen sollen ab 2021 in Kraft treten. „Wir ändern nicht nur unseren Namen und das Bild auf der Verpackung, sondern ergreifen auch Maßnahmen zur Förderung von Inklusion und Gerechtigkeit, und das geht einher mit einem neuen Markenzweck (Brand Purpose), wonach Möglichkeiten geschaffen werden sollen, die jeder/jedem einen Platz am Tisch bieten“, heißt es in der offiziellen Mitteilung des Unternehmens. So sollen sogenannte „Community-Förderinitiativen“ ins Leben gerufen werden, welche jedem Zugang zu einer nahrhaften Mahlzeit bieten sollen. „Auch werden wir dazu beitragen, dass Unternehmerinnen und Unternehmer in der Gastronomie unabhängig von ihrer Hautfarbe Bildungsmöglichkeiten erhalten, damit ihre Ideen und Stimmen von allen geschätzt werden können“, heißt es weiter. Auch im Herstellungsort Greenville, Mississippi sollen Maßnahmen zur Integration und Förderung umgesetzt werden.

Diesel: Die unvergessliche Jeans.

Die neue Herbstkollektion von Diesel ist da – und soll unvergesslich werden. Die Marke scheut sich nicht, in ihrer Kampagne für die Customized-Denim-Kollektion auf die aktuelle Situation einzugehen, nennt all die schönen Dinge, die dieses Jahr nicht gemacht werden konnten. Das Trostpflaster: die Jeans, die all die Events, all die Momente die nicht stattgefunden haben, trotzdem in Erinnerung behalten soll. „Make beautiful memories of what you didn’t do“ heißt es im Spot, der dann dazu auffordert, die eigenen Jeans mit Erinnerungen an abgesagte Pläne und die Erlebnisse, die stattdessen stattgefunden haben zu personalisieren.

Reebok: der rein pflanzliche Laufschuh.

Reebok bringt ersten rein pflanzlichen Laufschuh raus
Bild: Reebok

Die Marke Reebok setzt auf Nachhaltigkeit und launchte vergangene Woche ihren ersten rein pflanzlichen Laufschuh. Der „Forever Floatride Grow“ soll im Oktober auf den Markt kommen. Satt Gummi, Leder und Stoff besteht der neue Schuh unter Anderem aus Kautschuk und speziellen Algen. Die Zwischensohle wird aus nachhaltig angebauten Rizinusbohnen gewonnen, das Obermaterial aus Eukalyptus ist atmungsaktiv und die Einlegesohle aus Algen ist sogar geruchshemmend. Das Material für die spezielle Laufsohle sind Gummibäume. "Dieser Schuh ist das Ergebnis einer langen Reise, um einen Laufschuh auf pflanzlicher Basis zu entwickeln, der wie andere erstklassige Schuhe aussieht und dem Marathonlauf standhalten kann", so Product Director Emily Mullins zum Ergebnis.

BMW: Marke launcht online.

Die neuen M-Modelle von BMW werden vollkommen digital gelauncht – und zwar per Augmented Reality-Filter. Auf Instagram können Nutzer die neuen Modelle in verschiedensten Umgebungen und von allen Seiten anschauen. Ob als Miniatur auf den Wohnzimmertisch projiziert oder in Originalgröße auf die Straße – dem digitalen Raum sind keine Grenzen gesetzt. Wechseln Nutzer zur Frontkamera, können sie sogar ein Selfie mit dem virtuellen Auto machen.

Smart: Werbespot setzt auf Rollschuhkunst.

Im neuen Werbespot von Smart tanzt Instagram-Star Oumi Janta auf acht Rollen

Gemeinsam mit Instagram-Star und Rollschuh-Talent Oumi Janta bewirbt Smart den neuen „EQ for two“. Das Motto: „Your City. Your Energy.“ Mit der Jamskaterin als Werbegesicht möchte Smart besonders die junge Zielgruppe ansprechen. So wurde die Kampagne exklusiv für Instagram und TikTok entwickelt. "Mit Oumi Janta und dem Smart EQ fortwo haben sich zwei urbane Trendsetter gefunden, die perfekt zusammenpassen. Beide verschmelzen mit der Großstadtkulisse und fühlen sich auf den Straßen der Metropole sichtlich wohl", so Denise Heinermann-Bieler, Head of Marketing Communications & Brand Management bei Smart. Auch Janta selbst steht hinter dem Thema E-Mobilität: "Elektromobilität ist für mich der konsequente Schritt in die richtige Richtung und passt zu meiner Vorstellung einer nachhaltigen Lebensführung.“

Nike: der Sneaker für das virtuelle Ich.

Online Kollektionen sind im Kommen – das zeigte jüngst auch die Marke Nike, die Snapchat Bitmojis mit Sneakern ausstattet. Anlass für die Zusammenarbeit der Modemarke und der Online-Plattform ist der Launch des neuen „Air Jordan XXXV“. User können ihr virtuelles Ich jedoch nicht nur mit den Nike-Schuhen ausstatten, sondern es von Kopf bis Fuß im Jordan-Look einkleiden. In den Läden wird der neue Schuh erst Mitte Oktober erhältlich sein.

Ben&Jerry’s: Marke setzt sich aktiv für Moria ein.

Ben&Jerry's setzt sich aktiv für Moria und die Rettung der Opfer ein
Bild: Ben&Jerry’s/Twitter Screenshot

Nach den schrecklichen Ereignissen in Moria sind auch große Marken wie Ben&Jerry’s laut geworden. Bereits bei anderen Themen wie der #BlackLivesMatter-Bewegung setzte sich die Marke politisch ein und setzte Zeichen. Mit der Kampagne "#LeaveNoOneBehind - Moria eiskalt evakuieren" wendet sich Ben&Jerry’s nun direkt an die Politik. „Wir fordern die Bundesregierung und alle Bundesländer jetzt dazu auf, die Camps und gefährdeten Bewohner der griechischen Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos zu evakuieren, in Sicherheit zu bringen und in den aufnahmebereiten Städten in Deutschland unterzubringen", heißt es auf der Kampagnen-Website. Auch die Marken-Nutzer werden animiert und können über ein Tool auf der Website Direktnachrichten an Politiker im Bundestag und in den Länderparlamenten schicken.

Seat: Marke setzt auf Musik.

Die Kampagne für den neuen Seat Leon e-Hybrid ist vor allem eins: musikalisch. Als Song dient der Erfolgshit „Bad Guy“ von keiner geringeren als Weltstar Billie Eilish. Kampagnengesicht ist Tänzerin und Choreografin Nikeata Thompson. Der Spot zeigt: eine Fahrt mit dem neuen Auto und guter Musik und schon werden Passanten und Umstehende zu guter Laune und zum Tanzen animiert. "Die Markenstrategie 'Live Bolder' haben wir bei Seat Deutschland konsequent rund um das Thema Musik aufgestellt. Der neue Leon e-Hybrid hat Apple Music nativ integriert und ist wie gemacht für echte 'Music Heads' – wir freuen uns alle sehr, dass wir Billie Eilish und 'bad guy' als Soundtrack für die Story gewinnen konnten", so Seat-Marketingleiter Giuseppe Fiordispina.

„Food for Future“: die erste vegane Eigenmarke zieht bei Penny ein.

Als erster Discounter versucht sich Penny an einer veganen Eigenmarke. „Food for Future“ heißt diese und startet mit Hack und Burgern auf Erbsen-Protein-Basis. Weitere Produkte sind geplant. Der Slogan „Das isst die Zukunft“ trifft den Zahn der Zeit und auch sonst ist die neue Marke sehr modern gestaltet. Sprüche wie „Sei kein Weichei, mach’s eifrei!“ zieren dabei die Verpackungen.

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