07.05.2010 - News.

Wie Unternehmen Megatrends zur Markenprofilierung nutzen.

Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Verknappung der Ressourcen, explodierende Spritpreise, CO2 Reduktion und, und, und – an allen Ecken, in aller Munde. In Politik, Gesellschaft und Presse. Aber wie gehen eigentlich Marken mit diesem Megatrend um?

Unverhofft kommt oft – mit der Konsequenz, dass die aktuelle Debatte z.B. die Automobilhersteller in eine wahre Sinnkrise zu stürzen scheint. Allerorten springen sie relativ hilflos auf den Verantwortungs-Nachhaltigkeits-Effizienz-Zug auf; koste es was es wolle und sei es auch ohne Sinn und Verstand.

Ein Gang über die letztjährige IAA machte deutlich, dass zwar jeder glaubt etwas zu dem Thema ‚sagen’ zu müssen, dafür aber leider nicht weiß was: Ford stürmte einfach mal drauf los und mutierte über Nacht mit dem Motto ‚Go Green’ zu Robin Wood und Greenpeace in Personalunion; Skoda setzte dem Gutmenschentum noch einen drauf und reklamiert ‚Gleichgewicht von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt’ als sein ‚oberstes Ziel’. Auch Subaru fällt mit ‚im Einklang mit der Umwelt’ nicht wirklich etwas Eigenständiges ein und Renault hat mit ‚grün und günstig’ zwar eine knackige Alliteration zu bieten, sonst aber wenig Glaubwürdiges – und schon gar nichts Differenzierendes. Auch ‚Blue Motion’ und ‚BlueTec’ versprechen uns das Blaue vom Himmel, aber sonst? Wissen Sie von welcher Marke welcher Spruch ist?

Werbung auf einer Messe zum Trend Umweltverträglichkeit

BMW: Grüne Welle - markentypisch und zielgruppenrelevant.

Einzig BMW hatte entweder mehr Zeit sich auf die grüne Welle vor zu bereiten und/oder kennt seine Marke einfach besser. Denn mit ‚Efficient Dynamics – Vernunft jetzt aufregend’ haben die Bayern sowohl was Markentypik als auch Zielgruppenrelevanz anbelangt den Nagel auf den Kopf getroffen. BMW steht seit Jahrzehnten für Dynamik; Effizienz ist das was die Fahrer wirklich interessiert und was sie von ihrer Marke erwarten – zusammen eben ‚Vernunft jetzt aufregend’. Und dafür haben die Münchner auch zu recht das grüne Lenkrad, den Paul Pietsch Preis und noch so Einiges mehr gewonnen. Viel mehr als die schönen Preise dürfte BMW allerdings die nachhaltige Veränderung seines Images freuen. So galt die Marke im direkten Vergleich mit Mercedes und Audi noch vor wenigen Jahren als die am wenigsten ‚Verantwortungsvolle’ – heute ist das umgekehrt!

 

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Autor: Ingo Gebhardt, Mai 2010.

 

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