17.04.2018 - News.

Starke Arbeitgebermarke hilft bei Fachkräftemangel.

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen: Der Fachkräftemangel in Deutschland ist tatsächlich so eklatant, wie oft diskutiert wird. Zurzeit fehlen etwa 440.000 qualifizierte Arbeitskräfte. Das minimiert die Leistung der Wirtschaft – und fordert sie für die Zukunft heraus. Wie kann dieses Problem gelöst werden? Die GMK Markenberatung hält es für entscheidend, dass Unternehmen sich als Arbeitgebermarke positionieren. Nur so entsteht ein Image, das potenzielle Arbeitnehmer anzieht.

IW-Studie: Fachkräftemangel hemmt Wirtschaftswachstum.

Gemäß Unternehmensumfragen sind mangelnde Fachkräfte ein Grund für niedrige Investitionen und überlastete Kapazitäten. Deswegen ist „Employer Branding“ so wichtig: Wirtschaftsleistung und Wachstumspotenzial von Unternehmen hängen nicht zuletzt davon ab, wie attraktiv sie sich als Arbeitgeber positionieren können.

Dr. Saskia Diehl, Geschäftsführerin der GMK Markenberatung, erklärt: „Das Thema Fachkräftemangel ist nicht neu, aber die Herausforderung wird immer größer. Viele Unternehmen haben nicht verstanden, dass nicht nur die Wettbewerber auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten ihre Leistungsfähigkeit bedrohen, sondern zunehmend die Wettbewerber auf den Arbeitsmärkten. Und hier muss man sich auf einmal auch mit den „ganz Großen“ messen. Das trifft insbesondere den Mittelstand, der seinen Personalbedarf noch einige Jahre durch die traditionell gute lokale und regionale Bekanntheit abdecken konnte. Das reicht heute bei weitem nicht mehr aus. Arbeitskräfte werden inzwischen heftig umworben. Und das von vermeintlich viel attraktiveren Arbeitgebern, in städtischen Gebieten, mit Zusatzbenefits, Umzugsservice und vielem mehr.“

Viele Unternehmen vernachlässigen Employer Branding.

Wer den Wettkampf um die besten Talente gewinnen will, muss sich langfristig nicht nur als starke Unternehmensmarke, sondern auch als Arbeitgebermarke positionieren. Die Formel scheint einfach: Ohne klares Profil keine Zugkraft auf Talente.

Doch noch ist der Aufbau einer starken Arbeitgebermarke nicht selbstverständlich in deutschen Unternehmen. „Viele Unternehmen setzen noch immer vorwiegend auf die kurzfristige Personalbeschaffung – und das mit vergleichsweise niedrigen Recruiting Budgets. Dabei gibt es schon viele Beispiele für erfolgreiches und effizientes Employer Branding“, sagt Dr. Diehl.

Ikea macht es vor: Die Recruiting Maßnahmen sind nicht nur im Einklang mit der Unternehmensmarke, hochgradig an der Zielgruppe ausgerichtet und lokal adaptierbar, sie sind auch noch kosteneffizient und innovativ. Ikea hat z.B. verstanden, dass jeder Käufer ein potenzieller Mitarbeiter sein könnte und spricht sie über hauseigene Touchpoints an. Ob als Beipackzettel in den Produkten, im Produktkatalog und selbst an den Kunden-WCs wird in der markentypischen Tonalität auf die Möglichkeiten einer Karriere bei Ikea hingewiesen.

Mitarbeiter binden heißt Mitarbeiter gewinnen.

Klar ist: Employer Branding beginnt intern. Erstes Ziel sollte sein, die eigenen Mitarbeiter zu motivieren und in unternehmensinterne Projekte zu investieren. Dabei geht es auch darum, eine Botschaft nach außen zu senden. Die zentrale Aufgabe bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter besteht schließlich darin, potenziellen Bewerbern glaubwürdig, also belegbar zu zeigen, wofür das Unternehmen als Arbeitgeber steht, warum es besonders attraktiv und einzigartig ist. Zum Beispiel, weil es maßgeschneiderte Weiterbildungen oder flexible und familienfreundliche Arbeitszeiten anbietet.

Dr. Diehl betont: „Die Unternehmen müssen die Bildung ihrer Arbeitgebermarke ganzheitlich angehen. Erst wenn sich ihr Verständnis als Arbeitgeber an den Prinzipien der Markenführung orientiert und sie strategische Schritte daraus ableiten, werden sie als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen.“

Kurz gesagt: Unternehmen wie Verbände und Organisationen müssen das Thema Employer Branding deutlich stärken, um in Zeiten des Fachkräftemangels zukunftsfähig zu bleiben.

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