10.03.2021 - News.

Der GMK Marken-Mittwoch: Microsoft launcht das Meeting von Morgen, Amazon tritt ins Fettnäpfchen und Sixt ärgert mal wieder Politiker.

Der GMK Marken-Mittwoch liefert jede Woche die wichtigsten News aus der Marken-Welt.

Mit einer „Mixed-Reality“-Neuheit sorgte Microsoft in der letzten Woche für Staunen und begeisterte Blicke an vielen Homeoffice-Plätzen. Auch Unilever dachte an die Zukunft und hat „The No Normal“ ins Leben gerufen, während Ralph Lauren das Shopping der Zukunft überdacht hat. Außerdem musste sich Amazon mit Designvorwürfen konfrontiert sehen, Toyota konnte sich an die Automarken-Spitze setzen, bei Google gibt es ein neues Logo und Sixt hat sich wieder einmal einen ordentlichen Seitenhieb erlaubt.

Videokonferenz 2.0: Microsoft stellt Microsoft Mesh vor.

Was wie ein Film aus der Zukunft wirkt, ist eine Produktvorstellung von Microsoft: Das neue Microsoft Mesh hebt Videokonferenzen und Meetings im digitalen Raum auf das nächste Level. Mesh ermöglicht dank Hologrammen per Spezialbrille dreidimensionale Videogespräche und holt Gesprächspartner*innen und deren Umgebung in die eigenen vier Wände. Die Anwendung der wegweisenden Technologie soll auf mehreren Produkten wie der Microsoft AR-Brille Hololens als auch zum Beispiel auf Facebooks Oculus-Brillen möglich sein. Wer keine AR-Brille besitzt, kann Mesh auch mit dem Smartphone, Tablet oder PC nutzen. In diesem Fall werden Avatare erstellt. Mit all diesen Funktionen wird Mesh zu einer „Mixed-Reality“-Plattform“, da sich das Programm sowohl an Elementen der Augmented Reality als auch an denen der Virtual Reality bedient.

Unilever sagt Nein zum Wort „Normal“.

Unilever hat eine neue Richtung im Marketing eingeschlagen und agiert jetzt unter dem Motto „The No Normal“. Damit verbannt der Konzern das Wort „normal“ komplett aus seinem Wortschatz. Das gilt sowohl für das Marketing als auch für das Verpackungsdesign von mindestens 200 Produkten und das allgemeine Wording. Zudem schließt Unilever „alle digitalen Änderungen von Körperform, Größe, Proportionen und Hautfarbe“ der Testimonials aus – es wird also keine Bildbearbeitungen und damit verbundene Verfälschungen mehr geben. Dieses Verbot gilt nicht nur für die Unilever-Marken, sondern beispielsweise auch für Influencer*innen, welche Kooperationen mit diesen eingehen. In Zukunft möchte Unilever außerdem das Marketing deutlich aktivistischer gestalten, heißt es.

Logo-Flopp: Amazon schafft neues App-Icon wieder ab.

Amazon musste sein neues App-Icon nach kurzer Zeit wegen Design-Vorwürfen und Hitler-Anschuldigungen wieder ändern
Das neue Amazon App-Icon vor der erneuten Änderung (links) und danach. Bilder: Amazon; Collage: GMK Markenberatung

Amazon hat sein App-Logo erneuert – und nur kurze Zeit danach wieder durch ein Neues ersetzt. Der Grund dafür war Kritik am neuen Logo: Dieses würde laut einigen Nutzer*innen im Netz an einen Hitler-Schnauzbart erinnern. Zuvor war auf dem App Icon ein Einkaufswagen zu sehen. Das neue Icon ist an die Amazon-Pakete mit dem typischen Pfeil, der zu einem Lächeln verzogen ist, angelehnt. "Wir haben das neue App-Symbol entworfen, um Vorfreude, Begeisterung und Spaß zu wecken, wenn Kundinnen und Kunden ihre Einkaufstour auf ihrem Mobiltelefon starten - genau wie in dem Moment, wenn sie unsere Pakete vor ihrer Haustür sehen", beschrieb Amazon die Idee hinter dem neuen Design. Am oberen Ende wollte Amazon den typischen „abgerissenen“ Klebestreifen der Pakete darstellen – doch genau dieser wurde dem Versandriesen zum Verhängnis. Durch die Zacken sahen Nutzer*innen den charakteristischen Schnauzbart von Adolf Hitler im neuen Design. Im erneuerten neuen Logo wurden die Zacken durch ein umgeknicktes Klebeband ersetzt. Das neue Icon war zunächst nur in den iOS-App Stores in Großbritannien, Spanien, Italien und den Niederlanden getestet worden, so konnte die Änderungen noch vor dem weltweiten Rollout vorgenommen werden.

Ralph Lauren startet Klamotten-Miet-Service.

Die Modemarke Ralph Lauren gibt es ab sofort nicht mehr nur zu kaufen. Der US-Modekonzern hat das Abo-basierte Modell „The Lauren Look“ eingeführt, mit welchem Kund*innen die Kleidung mieten statt kaufen können. Mit diesem Modell möchte sich das Modeunternehmen vor allem an die jüngere Generation wenden, welche ein anderes, minimalistischeres Verhältnis zu Konsum hat. „Die Verbraucher von heute haben einen anderen Ansatz, wenn es darum geht, Marken kennenzulernen und ihre Garderobe zusammenzustellen. Kleiderschränke werden in der Zukunft eine Mischung aus neuer saisonaler Mode, einzigartigen, individuellen Stücken und festen Kleidungsstücken sowie gebrauchter und gemieteter Kleidung enthalten. Mit unserer zeitlosen Ästhetik sind wir unglaublich gut positioniert, um in jeder dieser Kategorien mitzuspielen“, so Ralph Laurens CEO Patrice Louvet. 125 Dollar im Monat kostet das Abo. Mitglieder können sich ihren Lieblingslook aus vier Teilen zusammenstellen und bekommen Monat für Monat Lieferungen, welche auf dem gewählten Stil aufbauen. Vor jeder neuen Lieferung wird dann entschieden: Werden die geliehenen Teile zurückgeschickt oder gefallen sie so gut, dass doch ein Kauf zum Mitgliedspreis erfolgt. Zum Abo gehören außerdem Tipps und Tricks zur Modewelt, Versand, Rücksendung und eine chemische Reinigung der geliehenen Teile. Sobald die Klamotten oft genug verliehen wurden, also ihre „Mietobergrenze“ erreicht haben, werden sie von Ralph Lauren an die gemeinnützige Wohltätigkeitsorganisation Delivering Good gespendet.

Sixt: Seitenhieb für Söder und Scholz.

Sixt landet Seitenhieb auf Politiker Markus Söder und Olaf Scholz
Bild: Screenshot Twitter Sixt Deutschland

Mal wieder sind es zwei Politiker, die sich die Marke Sixt mit einem Augenzwinkern vorgeknöpft hat. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Bundesfinanzminister Olaf Scholz, die bei der letzten Ministerpräsidentenkonferenz aneinandergeraten waren, boten den Inhalt der neuen Sixt-Anzeige. „Für alle, die auch mal schlumpfig grinsen wollen“, heißt es darauf. Medien zufolge hatte Olaf Scholz bei der Konferenz erklärt: „Es braucht keiner zu träumen, dass der Bund ein Konto einrichtet, von dem alles bezahlt wird." Daraufhin soll Markus Söder mit „Sie sind nicht der König von Deutschland oder Weltenherrscher“ geantwortet und Scholz gesagt haben, er müsse jetzt „gar nicht so schlumpfig herumgrinsen“. Letzteres scheint Sixt gut gefallen zu haben und ziert nun das neuste Sixt-typische Bild.

Toyota an der Spitze: das sind die wertvollsten Automarken.

Laut dem Markenwert-Ranking „Brand Finance Global 500 2021“ hat Toyota Mercedes als wertvollste Automobil-Marke abgelöst. Zwar ist Mercedes über alle Branchen hinweg nach wie vor die wertvollste deutsche Marke, musste jedoch auch die meisten Markenwert-Verluste in der Automobilindustrie einbüßen. So zieht Toyota als wertvollste Automobilmarke an Mercedes vorbei. Auf Platz drei kann sich Volkswagen behaupten, dahinter folgt BMW. Insgesamt kann sich Deutschland als „Autoland“ behaupten und das Ranking mit deutschen Automarken dominieren. Hinter Deutschland folgt Japan, Platz drei belegen die Vereinigten Staaten. Die am stärksten wachsende Automobil-Marke ist laut dem Ranking Tesla, die ein Plus von satten 157,6 Prozent verzeichnen kann und insgesamt Platz sechs belegt. Neben dem Markenwert wurde außerdem die Markenstärke untersucht. Hier liegt Ferrari auf Platz eins. Hinter Ferrari folgen Maruti Suzuki und Toyota. Stark unter der Pandemie gelitten haben laut dem Ranking die Autovermietungen. Hier mussten so gut wie alle mit Verlusten leben. Trotzdem auf dem ersten Platz als wertvollste Autovermietung liegt Enterprise. Sixt liegt als einzige deutsche Autovermietung im Ranking auf Platz acht und büßt damit drei Plätze ein.

Neues Logo für Google Fonts.

Google Fonts hat nun auch ein markentypisches Logo in den Google-Farben
Bild: Google

Googles Schriftenverzeichnis hat sich vom alten Logo in Form eines einfachen F verabschiedet. Auch das Fonts-Logo erstrahlt nun wie viele weitere Logos der Marke in den vier Google-typischen Farben Rot, Gelb, Grün und Blau und passt sich damit der neuen Designsprache des Unternehmens an. Anlass der Logo-Änderung war unter anderem die Integration der „Material Icons“.

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